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Info / Internationale Kontakte / Gilboa / Israel


 

Ein Bericht über die Schulpartnerschaft findet sich auch auf der Internetseite "Zukunftscharta": 


Schulpartnerschaft:

PRS (Friedrichsdorf) - Achva (Gilboa) - Nir Ha Emek (Afula)

in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Hochtaunus und dem Kompetenzcenter Jugendbildung, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Bundesgeschäftsstelle, Abt. Gedenkkultur und Bildung (Kontakt s.u. Kooperationspartner)

Die Schulpartnerschaft der PRS mit der arabischen Schule Achva (Gilboa, israelischer Partnerkreis des Hochtaunuskreises) und der jüdischen Schule Nir Ha Emek (Afula, unmittelbare Nähe zu Gilboa und ca. 40% Schülerschaft von dort) besteht bereits seit einigen Jahren.

Regelmäßig finden Austauschfahrten von Schülerinnen und Schülern und Begegnungen von Lehrkräften statt. Angestrebt wird, die Partnerschaften mit unterrichtlicher Projektarbeit zu vertiefen und über den Austausch hinaus Kommunikation und Projektzusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften der beteiligten Schulen zu erreichen.

Es hat sich bewährt, die Begegnung als direkte Zusammenarbeit mit den beiden Partnerschulen getrennt voneinander als Dialog zu veranstalten. Dadurch kann jede(r) der Beteiligten leichter "seine" Geschichte und Sichtweisen einbringen. Dies stärkt die Möglichkeiten einer direkten Verständigung mit einem direkten Gegenüber.

So beinhaltet die Schulpartnerschaft eigentlich zwei Partnerschaften: Die Begegnung mit der jüdisch-israelischen Partnerschule Nir Ha Emek auch im religiösen und kulturellen Kontext des christlich-jüdischen Dialogs und die Begegnung mit der arabischen Partnerschule ORT Achva auch im Kontext des christlich-muslimischen Dialogs. Eine Lehrkräftebegegnung zum christlich-muslimischen Dialog im Frühjahr 2016 wurde unterstützt durch die Georges-Anawati-Stiftung, eine frühere Begegnung mit den Lehrkräften der jüdischen Schule wurde von dem Arbeitskreis IMDIALOG der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau unterstützt.

Geplant ist zukünftig im Rahmen von Projektarbeit und Begegnungen zu den Themen Identität, Verhältnis von Mehrheitsgesellschaft und Minderheit, Verständnis von gesellschaftlicher Integration bzw. multikulturellem Zusammenleben eine Annäherung über aktuelle und historische Bezüge im Rahmen der Erinnerungsarbeit an Kriegsgräber des 1. Weltkriegs (Kriegsgräber deutscher jüdischer Soldaten in Berlin-Weißensee, Gräber von muslimischen Kriegsgefangenen und die Geschichte des "Halbmodlagers" und der ersten Moschee in Deutschland in Wünsdorf, Kriegsgräber deutscher Soldaten in Nazareth). Hierzu kooperiert die PRS mit dem Kompetenzcenter
Jugendbildung, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Bundesgeschäftsstelle, Abt. Gedenkkultur und Bildung (Kontakt s. u. Kooperationspartner).

Was wollen wir mit der Schulpartnerschaft erreichen? 

 

Foto: Schülerinnen und Schüler der PRS und der arabischen Schule Achva, 2011

„Man lernt mehr voneinander, wenn man sich kennt“:

Jüdische Menschen kommen in deutschen Schulen oft nur als Zeitzeugen, Überlebende, Opfer vor, Kontakt zu jüdischen gleichaltrigen Jugendlichen haben unsere Schülerinnen und Schüler selten. Muslimische Jugendliche erleben in Deutschland ihre Kultur und Religion oft aus der Minderheitsperspektive heraus (z.B. muslimische Feiertage und Schulalltag). Für Schülerinnen und Schüler der PRS ist es deshalb interessant, jüdische und muslimische Schülerinnen in einem Alltag kennenzulernen, der von ihrer jeweiligen Kultur gekennzeichnet ist. Auch muslimische Schülerinnen und Schüler der PRS, die an dieser Partnerschaft teilnehmen, empfinden so die Wertschätzung ihrer Kultur und Religion gegenüber. Ziel ist es auch, die interkulturellen Erfahrungen eines solchen Projekts in den Alltag der PRS zu integrieren, so z.B. Feiertage und Riten aller Religionen / Kulturen an der PRS mehr zu berücksichtigen.

 

Bild: Eindrücke aus der obligatorischen Vorbereitung der Austauschteilnehmer in der Bildungsstätte Anne Frank, 2013

„Der Andere ist gar nicht so viel anders“:

Die am häufigsten gemachte Erfahrung der Begegnungen ist: „Das hätten wir gar nicht gedacht!“, „im Fernsehen kennen wir das aber anders“: Es gibt nicht „das“ Judentum oder „den“ Islam oder auch „das“ Christentum, losgelöst von den einzelnen Menschen, die ihren Glauben und ihre Kultur leben. Dass man sich dabei oft ähnlicher als gedacht ist, erleben alle Beteiligten immer wieder. Auch trägt ein persönlicher Kontakt immer dazu bei, eigene Bilder im Kopf (etwa zu Israel, jüdischer Kultur, arabischer Kultur etc.) zu überprüfen anhand von konkreten Erfahrungen.

 

Foto: Schülerinnen und Schüler der PRS und der jüdischen Schule Nir Ha Emek

„Ich lerne viel über mich“:

Auch mein Gegenüber will wissen: Wie ist das Leben in Deutschland? Wie ist dein Alltag? Wie wichtig ist deine Religion / Kultur für dich? Oft hat ein Austausch angeregt, sich mit der eigenen Geschichte und Kultur mehr auseinanderzusetzen und sich selbst bewusster zu bestimmen innerhalb von Kultur, Religion, Geschichte und Gesellschaft. Dabei lernt man dann erstaunlicherweise nicht nur etwas über christliche Wurzeln der Kultur in Deutschland, sondern vieles auch über Judentum, Islam und andere Religionen / Kulturen.

 

Foto: Schülerinnen und Schüler der PRS und der arabischen Schule Achva im Taunus, 2013

„Wenn man sich kennt, kann man auch über schwierige Themen sprechen“:

Gespräche und Begegnungen sind nicht immer einfach, sie sind aber auch eine Chance ins Gespräch zu kommen, sowohl mit dem Gegenüber als auch innerhalb der eigenen Gruppe: Was denken deutsche Jugendliche über den Holocaust heute? Was für eine Bedeutung hat der Holocaust für muslimische Schüler in Deutschland und in Israel? Wie sieht die Situation der gesellschaftlichen Minderheiten heute in Deutschland und Israel aus? Was ist mit dem Nahostkonflikt? Was denken jüdisch-israelische und arabische Schüler jeweils übereinander? Das sind Fragen, die auf der einen Seite „auf der Seele brennen“, auf der anderen Seite nicht aus anklagender Perspektive besprochen werden können, sondern in einer Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens. Übrigens begegnen sich auch jüdische und arabische Schülerinnen und Schüler in Israel kaum (ca. 20% der Bevölkerung Israels sind arabisch) , da dort ein getrenntes Schulsystem vorherrscht, eine „Nebenwirkung“ unserer Partnerschaft ist hoffentlich auch eine Begegnung untereinander, auch wenn die Schulpartnerschaft mit der PRS jeweils bilateral organisiert ist.

 

 

(Foto: Schülerinnen und Schüler der PRS und jüdische Jugendliche aus Jugendeinrichtungen im Negev/Israel, 2011)


Kooperationspartner, die uns bei unserer Schulpartnerschaft unterstützen:

- A & O Hotels und Hostels

- Arbeitskreis IMDIALOG der EKHN

- Axel-Springer-Stiftung

- Bildungsstätte Anne Frank

- Deutsch-Israelische Gesellschaft AG Frankfurt

- Diakonisches Werk Hochtaunus

- Förderverein der Philipp-Reis-Schule e.V.

- Georges-Anawati-Stiftung

- Jugendoffiziere für Hessen, Landeskommando Hessen Informationsarbeit

- Kompetenzcenter Jugendbildung, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Bundesgeschäftsstelle, Abt. Gedenkkultur und Bildung, Werner-Hilpert-Straße 2, 34117 Kassel, www.volksbund.de

- Verein zur Pausenbetreuung der Schülerinnen und Schüler der Philipp-Reis-Schule e.V.



 

 

Ansprechpartner der PRS für die Schulpartnerschaft: A. Schauer / S. Jakob / M. Bögel

Weitere mitwirkende Lehrkräfte: R. Rebuschat / W. Stüben / K. Sondermann / T. Berk / M. Sennlaub / P. Tokai / K. Cullmann

 


 

Zeittafel:


2005
Die PRS nimmt als fächerübergreifendes Projekt an Aktionen und Veranstaltungen rund um die Ausstellung „Mit den Augen des Anderen“ der Organisation Givat Haviva teil, die Begegnungen jüdischer und arabischer Jugendlicher und Schulen organisiert


2006
Lehrkräfte der PRS besuchen Gilboa und knüpfen Erstkontakte zur Schule Achva. Dabei auch Gespräche und Begegnungen mit: den jüdisch-arabischen Friedensorganisationen Neve Shalom / Wahat al salam und Givat Haviva, dem ntv-Journalisten Ulrich Sahm, Hilde Hoffmann (Verein ehem. Frankfurter in Israel), Itzhak Kandel (Siedler in der Westbank), außerdem besuchen wir Jadallah Shihade in Beit Jalla / Westbank.

 

 

(Besuch von Lehrkräften der PRS in der arabischen Schule Achva, rechts der damalige Schulleiter Salman Zoabi) 

Im Rahmen der Projektwoche gibt es an der PRS ein Projekt „Mit den Augen des Anderen“ zu Konflikt und Verständigung im Nahen Osten mit dem Israeli Meron Mendel und dem Palästinenser Maurice Estephan


2007
Im Rahmen einer Schulleiterdelegation des Kreises Gilboa im Hochtaunuskreis findet ein Besuch an der PRS statt. Mit dabei: Der Leiter der arabischen Schule Achva, Bassam Zoabi (leider vor kurzem verstorben), und der Leiter der jüdischen Schule Nir Ha Emek, Asher Benn


2008
Lehrkräfte der PRS besuchen erneut die Schule Achva und eine weitere jüdische Schule im Kreis Gilboa, dabei auch Gespräche und Begegnungen mit: Gad Ehrlich („Jecke“, 1937 nach Palästina geflohen), Gundi Shachal (Umweltexpertin), Prof. Shuval (Experte für Wasser und polit. Berater der israelischen Regierung bei Friedensverhandlungen), Georg Rössler (S.O.S. Gewalt Israel)

 

 

(Lehrkräfte der PRS und Freunde bei einem Besuch im Kibbutz Ein Harod)

Schülerinnen und Schüler der PRS gestalten auf Anfrage des Hochtaunuskreises 2 Tage ein gemeinsames Programm mit Jugendlichen einer Delegation von Gilboa. Mit dabei ist der heutige Schulleiter der arabischen Schule, Ahmad Zoabi.


2009
Claudia Korenke (Vorsitzende der Frankfurter Deutsch-Israelischen Gesellschaft) spricht mit am Austausch interessierten PRS-Schülerinnen und Schülern und Eltern über ihre Motivation, sich für deutsch-israelische Verständigung einzusetzen. Auf Einladung des Hochtaunuskreises nehmen die Schülerinnen und Schüler der PRS der Vorjahresgruppe an einer Delegation nach Gilboa teil (mit dabei: Frau Funke, Vorsitzende des Kreistags Hochtaunus und Herr Burghardt, Bürgermeister von Friedrichsdorf), bei dem erneuten Besuch der arabischen Schule Achva wird die Gründung einer Schulpartnerschaft vereinbart. Auch findet eine Rückbegegnung in Friedrichsdorf und an der PRS statt. Von dieser ersten beidseitigen Begegnung sind alle Beteiligten begeistert und nehmen sich eine Fortsetzung für die Zukunft vor.


2010
Beteiligung der PRS durch eine AG am „Trialog der Kulturen“ der Quandt-Stiftung, Kontakte zur Schule Achva und einer weiteren jüdischen Schule aus dem Kreis Gilboa


2011
Auf Einladung der Evangelischen Akademie Arnoldshain und der englisch-deutschen Gesprächsgruppe "The Aftermath of the Holocaust - on both sides" berichten ehemalige Schülerinnen und Schüler der PRS im Rahmen der Akademietagung "Auseinandersetzung mit belasteter Geschichte - Schwerpunkt: Persönliche und kollektive Auswirkungen der Nazi-Tyrannei - ihre Bearbeitung in Begegnung und Dialog" von ihrer Begegnung mit israelischen Jugendlichen im Jahr 2008 und 2009

Besuch der AG-Schülerinnen und Schüler im Rahmen des „Trialogs der Kulturen“ in der arabischen Schule Achva und in Jugendeinrichtungen für jüdische Jugendliche im Negev mit Rückbegegnung an der PRS, die Vorbereitung hierzu findet in der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank mit Dr. Meron Mendel statt, während der Fahrt Besuch bei dem ntv-Journalisten Ulrich Sahm.
Im Rahmen der Rückbegegnung in Friedrichsdorf findet auch ein Besuch der jüdischen Jugendlichen an der PRS statt. Außerdem stehen u.a. auf dem Programm: Führung durch Frankfurt mit Werner Lott (Mitarbeiter des Fritz Bauer Institus) und Mainz, Besuch des ehemaligen KZ-Außengeländes in Mörfelden / Walldorf, Naturaktivitäten im Hochtaunus

 

(PRS-Schülerinnen und -Schüler mit israelischen Gästen vor der Frankfurter Skyline, 2011;
Foto: Werner Lott, Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts)

Zur Pflege der Schulpartnerschaft und des Trialogs der Kulturen gründet sich an der PRS ein fester Arbeitskreis interessierter Lehrkräfte

Im Rahmen unserer Arbeit zur Schulpartnerschaft Teilnahme von Lehrkräften der PRS an der Fortbildung "Trialog der Kulturen" der Quandt-Stiftung

Treffen zwischen PRS-Lehrkräften (Hr. Schauer / Fr. Jakob) und dem Schulleiter der jüdischen Schule Nir Ha Emek, Asher Benn, Vereinbarung zu einem Start der Schulpartnerschaft durch eine Begegnung interessierter Lehrkräfte


2012

PRS-Lehrkräfte besuchen die jüdische Schule Nir Ha Emek zu einer Begegnung mit interessierten israelischen Lehrkräften.

Ahmad Zoabi, neuer Leiter der arabischen Partnerschule, lädt beim Besuch zum Fastenbrechen im Ramadan zu sich nach Hause ein.

 


Begegnung von Lehrkräften der PRS und der jüdischen Schule Nir Ha Emek (siehe Foto, PRS-Lehrkräfte: M. Barbotin, M. Bögel, A. Klein, R. Rebuschat, A. Schauer, M. Sennlaub, W. Stüben, 5. von links: Asher Benn, Schulleiter von Nir Ha Emek).

2013

Besuch einer PRS-Schülergruppe in Israel (Negev) mit Rückbegegnung in Friedrichsdorf

Aus dem Programm für Israel: Hiking und Biking durch die Wüste und Tauchen im Roten Meer, Pessachfeier in den Hostfamilies, Besuch von Jerusalem

 

Schuljahr 2013/14

Besuch der arab. Schule in Friedrichsdorf

 

Foto: Schülerinnen und Schüler der PRS und der arabischen Schule Achva im Taunus, 2013



2014

Besuch einer PRS-Schülergruppe in Israel und Besuch der jüdischen Schule an der PRS