Termine     Pläne     News     Info     PRS-Team      Unterricht     Projekte     Verpflegung     Förderverein     Ganztagsangebote     Soziale Angebote     Downloads     Sonstiges     Impressum
 
Religion

Die Fachkonferenz Religion hat einen unterrichtlichen Orientierungsrahmen für Religionsunterricht (statt Schulcurriculum, da für Unterricht in mehreren Zweigen und Evangelisch / Katholisch) beschlossen. Diesen finden Sie hier.

 

Ansprechpartnerin: Frau Aschendorf (Fachsprecherin Religion)

Evangelische Schulseelsorgerin: Frau Fiedler

Angebote der Stille: Frau Fiedler / Frau Sondermann / N.N.

Die evangelischen und katholischen Lehrkräfte koordinieren den Religionsunterricht in der gemeinsamen Fachkonferenz Religion.

Die PRS kooperiert mit der Evangelischen Kirchengemeinde Friedrichsdorf und dem Dekanat Hochtaunus der EKHN.

Zusammenarbeit erfolgt ebenfalls mit der Kath. Kirchengemeinde Burgholzhausen und dem Bistum Mainz.  

 

Erfahrungsraum Religion:


Irene Daniel (Projektwoche 2013, 7. Klasse):

Geschichte eines Steins

"Au, tritt nicht so hart auf mir! Ich bin ein Treppenstein und habe auch Gefühle! Ja, ihr habt richtig gehört, ein Treppenstein und außer Gefühlen habe ich auch eine Geschichte, die ich euch jetzt erzählen möchte. Und da ich ein Stein der Hugenottenkirche in Friedrichsdorf bin, gibts da auch eine Menge zu berichten. Aber nun genug der Vorrede, los gehts mit der Geschichte!
Am Anfang war ich noch Teil eines großen Berges und es war sehr dunkel. Eines Tages hörte ich Stimmen und ein seltsames Klopfen. Dann kam Licht, aber mit dem Licht kam auch Schmerz, denn irgendjemand hackte wortwörtlich auf mir herum. Ich wollte schreien, aber da ein Stein nicht schreien kann, blieb ich still. Endlich war es vorbei und ich wurde auf einen Karren geladen. Wir fuhren bergauf und bergab und mir wurde sehr schlecht. Trotzdem konnte ich die schöne Landschaft genießen. Schließlich kamen wir ein Dorf, wo wir anhielten. Ich wurde zusammen mit den anderen Steinen abgeladen. Vor mir waren die Anfänge von einem besonders schönen und großen Haus. Ich wurde hineingebracht und genau in der Mitte zwischen zwei Steinen, die genauso aussahen wie ich, hingestellt. Einer der anderen Steine erklärte mir, dass ich jetzt ein Treppenstein der neuen Hugenottenkirche in Friedrichsdorf wäre und dass ich einen Nobelplatz erwischt hätte, direkt vor dem Altar. Dass machte mich richtig stolz. Der Stolz verflog aber rasch, als es anfing zu regnen. Zum Glück wurde in den folgenden Tagen ein Dach gebaut und es regnete nicht mehr herein. Dann wurde es wieder langweilig, denn überall wurde gebaut, nur bei mir nicht. Von wegen Nobelplatz! Schließlich kam die Kanzel. Und die hatte was zu erzählen: Sie behauptete ständig, aus einem "temple" zu sein, aber es wird gemunkelt, dass das auch nur ein französisches Wort für Kirche ist. Jedenfalls kommt sie aus der alten Kirche, ist schöner, und hält sich deshalb für was besseres. Endlich kam die Einweihung. Doch war sie für meinen Geschmack zu schlicht. Überhaupt sah die Kirche noch sehr leer aus. Die Einweihung bestand aus einem Gottesdienst mit viel Musik. Die Musik war gut, aber wenn geredet wurde, verstand ich nichts, denn sie sprachen, wie die Kanzel behauptete, französisch. Alle 7 Tage kamen viele Leute und es gab schöne Musik und französisches Gerede. Bis sich eines Tages etwas änderte. Die Leute redeten zwar immer noch französisch, aber es war anscheinend nicht mehr so wichtig, so dass die Kanzel sich dazu herabließ, das Gerede zu übersetzen. Deutschland führte Krieg gegen Frankreich, der Heimat der Hugenotten. Ich glaubte, die Menschen würden sich Frankreich anschließen, aber da hatte ich mich geirrt. Sogar 33 Krieger sind ausgezogen, um gegen ihre alte Heimat zu kämpfen. War das eine Stimmung, als alle auch wohlbehalten zurückkehrten! Doch als der Krieg zu Ende war, kehrte für lange Zeit wieder Alltag ein. Bis wieder etwas passierte. Ich bemerkte, dass immer öfter Leute in der Kirche blieben und sogar begannen deutsch zu reden. das fand ich sehr gut, denn jetzt konnte ich alles auch ohne nervige Kommentare der Kanzel verstehen. Doch das, was ich hörte, war gar nicht gut. Der Pfarrer redete von Gefahr, Angst und einem "Weltkrieg", aber auch von Gottvertrauen und Schutz. Es herrschte offenbar wieder Krieg. Und was für einer! Immer wieder gingen Leute, die nicht wieder kamen. Das machte mich sehr, sehr traurig. Als dieser Krieg vorbei war, freute sich niemand und durch die Fenster und die Türen konnte ich sehen, dass sehr viele meiner Steinfreunde draußen kaputt waren. Doch die Zeit heilte viele Wunden und es wurde wieder aufgebaut und gebetet. Die Menschen wurden wieder fröhlicher und offener, genau wie ich. Kürzlich wurde ein Holzkreuz in der Kirche aufgestellt und da dachte ich mir:

Eigentlich ist es doch ganz gut, ein Kirchenstein zu sein. Man hat eine Geschichte und ich finde, da kann man schon ein paar Tritte vertragen, oder?"