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Unterricht / Sprachen / Latein

Information zur 2. Fremdsprache Latein

Wann braucht man Latein?

Das Latinum ist nach wie vor Voraussetzung für manche Studiengänge. Wer es nicht mit dem Abitur erworben hat,  muss es extern nachholen. Dort ist allerdings die Durchfallquote sehr hoch. Anschließend hat man eine zweite Chance. Fällt man dann wieder durch, ist einem das  Latinum versperrt und mit ihm der angestrebte Studien - Abschluss.
Wer also weiß, dass er ein Fach mit Latinumsvoraussetzung studieren will,  sollte Latein möglichst als zweite Fremdsprache  lernen. Prinzipiell ist an der PRS das Latinum auch als dritte Fremdsprache möglich, in letzter Zeit konnten Kurse aber  nicht angeboten werden.
Seit der Studienreform besteht große  Unsicherheit, was  Lateinvoraussetzungen in diversen  Studiengängen  angeht. Ob Lateinkenntnisse, Latinum oder gar kein Latein verlangt wird, hängt nun nicht mehr nur vom Fach ab, sondern auch vom Studienort oder dem angestrebten Abschluss. Wer ein bestimmtes Fach studieren will, sollte sich umgehend bei der Fakultät seiner Wahl nach Latein – Voraussetzungen erkundigen. In  Fächern, die früher  Latinum verlangten, ist auch heute noch damit zu rechnen. Dazu zählen: evangelische und katholische Theologie (Vollstudium und Lehramt an Gymnasien); Lehramtsstudiengänge in allen modernen Fremdsprachen an Gymnasien (Englisch, Französisch, aber auch Russisch); alte Sprachen: Altgriechisch und Latein; Germanistik, Computerlinguistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Geschichte und Archäologie.
Für die meisten Studiengänge, die Latinum verlangen, ist es examensrelevant, nicht  studienrelevant. Das heißt, ein Studienantritt ist für diese Fächer auch ohne Latinum möglich. Kann man es aber vor Examensantritt nicht vorweisen, wird man nicht zum Examen  zugelassen. Auf diese Weise hat schon mancher acht oder mehr Semester umsonst studiert.
Entgegen landläufiger Meinung ist ein Latinum für Medizin und Pharmazie in Deutschland meist nicht erforderlich. An der Schule erworbene Lateinkenntnisse ersparen jedoch entsprechende Kurse an der Uni und damit Zeit und Geld. 
Für  Jura ist Latein nützlich, aber nur an wenigen Unis wird  Latinum verlangt.
Nützlich ist Latein für alle Kultur – Fächer.
Ein Großteil des Wortschatzes der meisten europäischen Sprachen leitet sich aus dem Lateinischen her. Ein Lateiner kann somit  Fremdwörter und fremdsprachige Wörter leichter herleiten und auch leichter im Gedächtnis verankern.
Latein fördert so genannte Schlüsselqualifikationen.
Nach Meinung mancher Erziehungswissenschaftler  fördert Latein die geistige Disziplin. Vergleichsstudien ergaben, dass die Fähigkeit zu Sinn entnehmendem Lesen  bei Studenten mit Latinum signifikant höher liegt als bei solchen ohne. 
Die lateinische Grammatik war Modell für die Grammatiken aller anderen europäischen Sprachen. Lateinschüler können meist sehr bewusst  mit Grammatik umgehen, was sich oft in überdurchschnittlichen Leistungen im Grammatikunterricht zeigt. Dies erleichtert bewusstes und gezieltes Erlernen auch anderer Fremdsprachen erheblich.
Sinn und Zweck des modernen Lateinunterrichts ist nicht, Latein zu schreiben oder zu sprechen. Vielmehr sollen lateinische Texte ins Deutsche übersetzt und interpretiert werden. Dabei wird auch die deutsche Sprachkompetenz und Ausdrucksfähigkeit gefördert.
Gelesen und übersetzt werden zunehmend lateinische Originaltexte, die für die  europäische Kultur- und Geistesgeschichte von Bedeutung sind.
Die Nachwirkungen des Lateinischen und seiner Literatur sind in den Bereichen Recht, Religion, Philosophie, Literatur, Mythologie, Kunst und Musik im abendländischen Kulturkreis allgegenwärtig. Weder die Fresken barocker Jagdschlösser noch ein Requiem von Mozart ist ohne Hintergrund der lateinischen Literatur zu verstehen.
Die meisten grundlegenden Texte sind  zwar in Übersetzung zugänglich, aber 99 % aller erhaltenen lateinischen Texte sind nicht übersetzt. Wenn von heute auf morgen niemand mehr Latein könnte, wären wir vom kollektiven Gedächtnis unserer Kultur abgeschnitten. Bis ins 19. Jahrhundert war Latein in Europa die Sprache, in der die Gelehrten sich international verständigen konnten. Die Philosophen Spinoza, Descartes und Leibniz schrieben Werke in Latein, ebenso der Physiker Newton und die Mathematiker Gauß und Euler.
Ist mein Kind geeignet für Latein?
Ob Latein oder Französisch für ein Kind besser ist, kann nur individuell entschieden werden.
Für Latein sprechen: Gutes logisches Denkvermögen und Freude am Tüfteln und an der Erkenntnis; Interesse an Geschichte und Geschichten.
Vor Latein hüten sollte sich, wem zum Lernen das Sitzfleisch fehlt und wer besondere Schwierigkeiten beim Durchführen sprachlogischer Denkoperationen hat.
Haben sich beim aktiven Erwerb einer modernen Fremdsprache bereits Schwierigkeiten gezeigt, sollte man – sofern die logische Denkfähigkeit intakt ist – Latein als zweite Fremdsprache besonders in Betracht ziehen.
Der Lateinunterricht an der PRS ist kompetenzorientiert. Das heißt, die Schüler werden zielgerichtet und intensiv auf die schriftlichen Arbeiten und die Abschlüsse vorbereitet. Früh werden dazu die Bildungsgüter der klassischen Antike und des lateinischen Mittelalters einbezogen, auch die, die heute noch Bedeutung haben. Hierzu zählen insbesondere  lateinische Spruchweisheit und  Musik, die zielgerichtet zum Erlernen des Vokabulars und der Grammatik eingesetzt werden. Der Unterricht enthält differenzierte Angebote für Hochbegabte und Leistungsstarke einerseits und andererseits für solche, die sich schwertun.
In Fällen von Legasthenie ist der Erfolg in Latein oft größer als in Französisch.