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Informationen zum Thema Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)
Informationen zum Thema Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)

1. Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) an der Philipp-Reis-Schule
Der Wechsel von der Grundschule auf die weiterführende Schule bringt für alle Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen eine Vielzahl von Veränderungen mit sich. Selbst bei guten Schülerinnen und Schülern kann es anfangs zu einem Absinken der Leistungen führen. Kommt dann noch eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) hinzu, bedeutet das für Schüler, Eltern und Lehrer anfänglich Frust und Unzufriedenheit. Es ist deshalb sehr wichtig, Schülerinnen und Schüler mit LRS schnell zu erkennen, um frühzeitig mit der Förderung beginnen zu können. Zu diesem Zweck wird an der Philipp-Reis-Schule (PRS) zu Anfang des Schuljahres in allen fünften Klassen ein einheitliches Diktat geschrieben und kurz darauf wiederholt. Eltern von Schülerinnen und Schülern, bei denen LRS bereits in der Grundschule festgestellt wurde, sollten ihre jeweiligen Deutsch- und Fachlehrer bereits frühzeitig ansprechen und dem Klassenlehrer eventuell vorhandene Bescheinigungen von Kinder- und Jugendpsychiatern oder Psychologen vorlegen.

1.1. Vom Verdacht zur Anerkennung                                                                  Schülerinnen und Schüler mit LRS sollen frühzeitig erkannt werden, um bereits erste Förderansätze umzusetzen. Dies gilt nicht nur für die bereits in der Grundschule erkannten LRS-Schüler/-innen, sondern auch für die Kinder, die sich mit dem Schreiben und Lesen auffällig schwer tun. Bis zu den Herbstferien werden die Beobachtungen gesammelt, um in der ersten Klassenkonferenz nach den Herbstferien im Lehrerkreis detailliert besprochen werden zu können. Die Klassenkonferenz entscheidet auch über die Anerkennung oder Ablehnung des LRS-Status.
Mit der Anerkennung des LRS-Status durch die Klassenkonferenz erhalten die Eltern ein offizielles Bestätigungsschreiben der Schule, in welchen auch Nachteilsausgleich oder Notenschutz gewährt und schulische Förderungsmaßnahmen zugesagt werden. Dies bedeutet z.B., dass auf die Bewertung der Rechtschreibung in Deutsch und evtl. in anderen Unterrichtsgebieten verzichtet werden kann. Nach der Anerkennung des LRS-Status empfiehlt sich ein persönliches Gespräch mit der Deutschlehrerin/dem Deutschlehrer und den Fachlehrern, um über die Folgen und das weitere Vorgehen zu sprechen. Wichtig ist vor allem das Thema Fördermaßnahmen. LRS-Schüler/-innen an der PRS sind verpflichtet am innerschulischen LRS-Förderunterricht teilzunehmen. Diese Art der Förderung sollte unbedingt durch außerschulische Maßnahmen ergänzt werden. Wie diese aussehen könnten, sollte mit der Lehrerin / dem Lehrer besprochen werden. Oftmals bringt ein solches Gespräch für beide Seiten neue Erkenntnisse und Einsichten.
Schülerinnen und Schüler mit LRS sollen frühzeitig erkannt werden, um bereits erste Förderansätze umzusetzen. Dies gilt nicht nur für die bereits in der Grundschule erkannten LRS-Schüler/-innen, sondern auch für die Kinder, die sich mit dem Schreiben und Lesen auffällig schwer tun. Bis zu den Herbstferien werden die Beobachtungen gesammelt, um in der ersten Klassenkonferenz nach den Herbstferien im Lehrerkreis detailliert besprochen werden zu können. Die Klassenkonferenz entscheidet auch über die Anerkennung oder Ablehnung des LRS-Status.Mit der Anerkennung des LRS-Status durch die Klassenkonferenz erhalten die Eltern ein offizielles Bestätigungsschreiben der Schule, in welchen auch Nachteilsausgleich oder Notenschutz gewährt und schulische Förderungsmaßnahmen zugesagt werden. Dies bedeutet z.B., dass auf die Bewertung der Rechtschreibung in Deutsch und evtl. in anderen Unterrichtsgebieten verzichtet werden kann. Nach der Anerkennung des LRS-Status empfiehlt sich ein persönliches Gespräch mit der Deutschlehrerin/dem Deutschlehrer und den Fachlehrern, um über die Folgen und das weitere Vorgehen zu sprechen. Wichtig ist vor allem das Thema Fördermaßnahmen. LRS-Schüler/-innen an der PRS sind verpflichtet am innerschulischen LRS-Förderunterricht teilzunehmen. Diese Art der Förderung sollte unbedingt durch außerschulische Maßnahmen ergänzt werden. Wie diese aussehen könnten, sollte mit der Lehrerin / dem Lehrer besprochen werden. Oftmals bringt ein solches Gespräch für beide Seiten neue Erkenntnisse und Einsichten.

1.2. Fördern mit System
Grundlage für die systematische Förderung ist der individuelle Förderplan. Er wird von der Förderkonferenz erstmals zum Ende des ersten Halbjahres erstellt und muss dann kontinuierlich fortgeschrieben werden. Halbjährlich sollte eine Anpassung erfolgen. Der Plan sollte den Lernfortschritt der Schülerin/des Schülers enthalten, alle innerschulischen Fördermaßnahmen benennen, die jeweiligen Zuständigkeiten festlegen und Angaben zu weiteren außerschulischen Maßnahmen enthalten. Schüler, Eltern und Lehrer sollten den Plan anschließend gemeinsam besprechen. Um die Verbindlichkeit der Vereinbarung zu dokumentieren, soll der Förderplan von dem Betroffenen, den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern sowie den Eltern unterschrieben werden.

Bei Fragen und Problemen sollte die Deutschlehrerin / der Deutschlehrer immer der erste Ansprechpartner sein. Weil der Umgang mit dem Thema LRS für Eltern wie Lehrer oftmals eine neue Erfahrung ist, sollten Eltern versuchen, ihre Erfahrungen zu teilen und ihre Bereitschaft für eine Zusammenarbeit signalisieren. Je besser die Zusammenarbeit ist, desto effektiver lassen sich Förderempfehlungen sinnvoll in den Schulalltag integrieren. Denn letztendlich ziehen Lehrer und Eltern am gleichen Strang, da sie gleichermaßen daran interessiert sind, den betroffenen Schülerinnen und Schülern dabei zu helfen, ihre Lese- und Rechtschreibfähigkeiten zu verbessern. Im Einzelfall kann es hilfreich sein, den direkten Kontakt mit einem LRS-erfahrenen Mediziner oder einem Kinderpsychologen zu suchen. 

Für eine effektive Therapie sind gezielte außerschulische Fördermaßnahmen sehr wichtig. Welche Art der Förderung für die jeweilige Schülerin oder den Schüler die Beste ist, sollte im Einzelgespräch geklärt werden. Wichtig ist, dass die Förderung kontinuierlich und systematisch erfolgt. Sind außerschulische Fördermaßnahmen geplant, sollte dies auch den Lehrern mitgeteilt werden, damit sie auf Veränderungen im Lese-Rechtschreib-Verhalten achten können.

1.3. Unterstützung finden
Bei LRS sollten Eltern immer auch das Gespräch mit der Klassenlehrerin / dem Klassenlehrer sowie den Fachlehrern für die Fremdsprache suchen. Denn fast immer ist die LRS nicht auf den Deutschunterricht beschränkt, sondern äußert sich auch in anderen Fächern wie zum Beispiel den Fremdsprachen. Ein Gespräch bietet die Chance, gemeinsam mit der jeweiligen Lehrerin / dem Lehrer eine sinnvolle Lösung zu finden.
Der offizielle LRS-Beauftragte an der PRS ist Herr Ekkehard Müller. In dieser Funktion ist er Ansprechpartner für Eltern und Lehrer. Eine weitere wichtige Anlaufstelle bei Fragen und Problemen ist der Arbeitskreis LRS an der PRS. Diese Gruppe von Eltern versteht sich als Interessenvertretung von Eltern und Schülern und möchte aktiv dabei helfen, die Förderung von LRS-Schülerinnen und -Schülern an der PRS zu unterstützen.
Bei besonders schwerwiegenden Problemen, Rechtsfragen oder speziellen Fragen zu Diagnose und Therapie der LRS finden sich auf den Internetseiten des Bundesverbandes Legasthenie nicht nur umfangreiche Informationen zum Thema, sondern auch die Adressen und Kontaktdaten einer Vielzahl von Experten.
Wir wünschen allen Eltern und Ihren Kindern einen guten Start an der Philipp-Reis-Schule.
Ihr Arbeitskreis LRS



2. Rechtliche Grundlagen                                                                                          Grundlage für die Diagnose und den Umgang von Kindern mit LRS oder Legasthenie ist die Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses (VGSV) vom 19. August 2011, Sechster Teil, §§ 37 ff, für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen und Erster Teil, § 7 Nachteilsausgleich. Die Verordnungen sind auf der Internetseite des Hessischen Kultusministeriums (http://www.kultusministerium.hessen.de) unter „Schulrecht“ vollständig nachzulesen.


Regelungen der VGSV
Die VGSV regelt zunächst in § 38, dass es Aufgabe der Schule ist festzustellen, ob bei einem Schüler besondere Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen vorliegen. Zuständig ist hierfür die Klassenkonferenz, wobei eventuell vorliegende Fachgutachten in das Entscheidungsverfahren mit einzubeziehen sind (§ 39 Abs. 6 VGSV). Dies soll möglichst bereits in der 1. Jahrgangsstufe erfolgen. Die Eltern sind über die Feststellungen zu informieren.


Fördermaßnahmen
Schüler, bei denen LRS festgestellt wurde, sollen Fördermaßnahmen erhalten mit dem Ziel, die Stärken der Kinder herauszufinden, diese ihnen bewusst zu machen, sie zu ermutigen und Erfolgserlebnisse zu vermitteln, Lernhemmungen und Blockaden abzubauen, Lust auf Lesen und Schreiben zu wecken und erhalten, Arbeitstechniken und Lernstrategien zu vermitteln, die vorhandenen Schwächen auszugleichen, zu mildern und bestehende Lernlücken zu schließen (§ 39 Abs. 1 VGSV).
Die Schulen sind verpflichtet, Fördermaßnahmen durchzuführen.
Die Förderung ist mit dem Deutschlehrer abzustimmen. Die Abstimmung über Art und Umfang der Förderung erfolgt in der Klassenkonferenz unter Einbeziehung der übrigen Fachlehrerinnen und Fachlehrer. Eine angemessene Berücksichtigung in allen Fächern, insbesondere in den Fremdsprachen ist sicherzustellen (§39 Abs. 5 VGSV).
Dies kann durch die in § 39 Abs. 2 VGSV beispielhaft genannten Maßnahmen erreicht werden:
- Unterricht in besonderen Lerngruppen (§ 41 VGSV): Die Förderung erfolgt in Förderkursen, deren Besuch verpflichtend ist
- Binnendifferenzierung ( d.h. LRS Schüler erhalten z.B. andere Aufgabenstellungen oder Übungsaufgaben, mehr Zeit)
- Nachteilsausgleich (§ 7, 42 VGSV) in Form von Abweichen von der Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung (z.B. durch stärkere Gewichtung der mündlichen Leistung, zeitweisen Verzicht auf eine Bewertung der Lese- oder Rechtschreibleistung oder Nutzung des pädagogischen Ermessensspielraums bei der Aussetzung der Notengebung für ein Fach, wobei alle Abweichungen von den üblichen Bewertungsregelungen ihre Grundlage in den individuellen Förderplänen haben müssen (§ 42 Abs. 4 VGSV). Nachteilsausgleich ist vorrangig vor Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung, kann aber in begründeten Einzelfällen auch nebeneinander gewährt werden (§ 42 Abs. 2 VGSV).
Besondere Regelungen für die Zeugniserstellung (§ 43 VGSV):
Aussetzung einer Teilnote bei entsprechender Bemerkung im Zeugnis
- Besondere Regelung für die Erteilung von Abschlüssen (§ 44 VGSV):
In Abgangs- und Abschlusszeugnissen kann eine Aussetzung einer Teilnote auf der Grundlage von individuellen Förderplänen und der vorausgegangenen schulischen Förderung erfolgen.
Fördermaßnahmen sollen i. d. R. bis Ende der Sekundarstufe 1 abgeschlossen sein. Nur bei besonderen Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben und in besonders begründeten Ausnahmefällen kann in der Sekundarstufe II auf Antrag der Eltern oder der/des volljährigen Schülerin/Schülers eine Fortsetzung der Fördermaßnahmen erfolgen.

Für Kinder mit LRS sind individuelle Förderpläne zu erstellen, die halbjährlich in der
Klassenkonferenz unter Einbeziehung der Eltern sowie der Schülerin/des Schülers erörtert und fortgeschrieben werden müssen. Dabei ist der jeweilige Lernstand zu dokumentieren. Außerschulische Fördermaßnahmen sind in den Förderplan einzubeziehen. Zur Optimierung der Förderung ist eine enge Kooperation zwischen Schule, Eltern und außerschulischer Förderung erforderlich (§ 40 VGSV).

Zuständigkeiten
Bis Ende der Sekundarstufe I ist für die Fördermaßnahmen nach § 42 VGSV (Nachteilsausgleich, Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung) und § 42 VGSV (Zeugnisse) die Klassenkonferenz zuständig.
Ab der Sek II (entspricht 11. - 13. Klasse für G9-Schüler/-innen bzw 10.-12. Klasse für
G8-Schüler/innen) entscheidet nunmehr in besonderen Ausnahmefällen auf Antrag der Eltern bzw. der volljährigen Schülerin/des volljährigen Schülers das Staatliche Schulamt nur noch einmal und allgemein über die Fortsetzung der Fördermaßnahmen in der Sekundarstufe II, ohne diese näher zu konkretisieren (§ 39 Abs. 4 Satz 2 der Verordnung). Welche konkreten Maßnahmen durch die Schule durchgeführt werden, ist nunmehr dem Gebot der Sachnähe entsprechend Sache der Schule, die allein und eigenverantwortlich darüber entscheidet (§ 42 Abs. 5 der Verordnung).
Folgende Vorgehensweise ist hier zu empfehlen:
1. Es empfiehlt sich, dass die Eltern bzw. die volljährige Schülerin/der volljährige Schüler bereits Ende der 10. Klasse (G9) bzw. der 9. Klasse (G8) einen schriftlichen Antrag auf Anerkennung der LRS in der Sek II an die Schule stellen. Es ist ratsam gleich zu Beginn der E1 mit den (neuen) Lehrern Kontakt aufzunehmen und diese über die bestehende LRS und den gestellten Antrag auf Anerkennung in der Oberstufe zu informieren.
2. Die Lehrer in der  Eingangsstufe (E1) geben in einer Klassenkonferenz ein Votum ab, dass zusammen mit der Schülerakte und dem Antrag der Eltern bzw. der volljährigen Schülerin/des volljährigen Schülers auf Anerkennung der LRS in Sek II dann von der Schule an das Schulamt gesendet wird.
3. Die Eltern erhalten während der E1 einen Bescheid vom Schulamt.
4. Bei einer Anerkennung der LRS sind die Folgeanträge halbjährlich an die Schule zu richten.
5. Für Abschlussprüfungen sind gesonderte Anträge zu stellen.
 

3. Ansprechpartner                                                                                                     Fragen zum Förderplan und zu dessen Umsetzung:
Deutschlehrerin/Deutschlehrer, Klassenlehrerin/Klassenlehrer, Fremdsprachenlehrerin/Fremdsprachenlehrer

Fragen zu Fördermaßnahmen an der PRS und zur Anerkennung von LRS:
LRS-Beauftragte
Frau Humm
Frau Maibach

 

Fragen zu LRS im Allgemeinen und LRS an der PRS im Speziellen:
Arbeitskreis LRS

Sonstige Fragen zum Thema LRS:
Landesverband Legasthenie + Dyskalkulie Hessen e.V.
Geschäftsstelle
Bahnhofstr. 15
36391 Sinntal
Tel. 06664/911677
Fax 06664/911522
info@gmx.net
www.lvl-hessen.net
oder auf den Internetseiten des Bundesverbandes unter: www.legasthenie.net