Audioperformance und Choreographie der Klassen 6F

„Ich bin der Wald“ – Audioperformance und Projektwoche für Förderklassen der Philipp-Reis- Schule

Wie klingt ein Wald, wenn man ihm wirklich zuhört? Und was passiert, wenn Schülerinnen und Schüler aus diesem Klang eine eigene Choreografie entwickeln? Diesen Fragen sind die Förderklassen der Jahrgänge 5 und 6 der Philipp-Reis-Schule Friedrichsdorf vom 31. August bis 4. September 2026 im Rahmen des Projekts „Ich bin der Wald“ nachgegangen.

Ein internationales Gastspiel als Ausgangspunkt

Kern des Projekts war der interaktive Audiowalk „Ich bin der Wald“ des Wiener Kollektivs VRUM Performing Arts: Ausgestattet mit Kopfhörern tauchten die Kinder in die Geschichten des Waldes ein, folgten geheimnisvollen Spuren und entdeckten seine verborgenen Stimmen. Die Inszenierung verband Tanz, Musik und Poesie mit Naturerfahrung und eröffnete zugleich einen Blick auf den Wald als schützenswertes Ökosystem.

Möglich wurde das Format durch die erstmalige Kooperation der KulturRegion FrankfurtRheinMain mit der Hedda und Bernd Höppner-Stiftung im Rahmen des „Starke Stücke“-Workshop-Programms. Gemeinsam erprobten die Partner erstmals ein außersaisonales Modell: ein internationales Gastspiel außerhalb des eigentlichen Festivals „Starke Stücke“, ergänzt durch eine mehrtägige theaterpädagogische Projektwoche an der Philipp-Reis-Schule.

Der Wald als Bühne

An die Aufführung schloss sich für die Schülerinnen und Schüler eine intensive Projektwoche an. Statt im Klassenzimmer fand der Unterricht mehrere Tage lang mitten im Wald statt. Dort machten sich die Jugendlichen mit offenen Ohren auf Entdeckungstour: Sie nahmen die typischen Geräusche ihrer Umgebung auf – das Rascheln der Blätter, den Wind in den Bäumen, das Rufen von Vögeln und andere Tierstimmen. So wurde der Wald für sie zu einem Ort, den sie sich ganz neu erschlossen: nicht als Kulisse, sondern als etwas, das sie selbst mit allen Sinnen erfahren und mitgestalten konnten.

Vom Geräusch zur Choreografie

Die im Wald gesammelten Eindrücke bildeten die Grundlage für ein Improvisationstheater. In kleinen Gruppen entwickelten die Kinder eigene Choreografien, bei denen Bewegung und Musik im Mittelpunkt standen. Als thematische Ausgangspunkte dienten unterschiedliche Orte und Bilder des Waldes – die Lichtung, die Höhle, der Dschungel. Dazu spielten die Schülerinnen und Schüler die zuvor aufgenommenen Klänge von Tieren, Wind und Blättern ein und ließen sich von ihnen zu Bewegungen inspirieren.

Der Wald wurde so zu einem Assoziationsraum: einem Ort, an dem die Jugendlichen Bilder, Stimmungen und Geschichten fanden, um sich selbst darstellerisch auszudrücken. Mit Schwerpunkten in Naturvermittlung, Medienpädagogik sowie Audio- und Klangarbeit entwickelten sie eigene Geschichten, experimentierten mit Geräuschen, Sprache und Aufnahmetechnik und gestalteten eigene Hörstücke, die ihre Perspektiven auf Natur, Umwelt und Zukunft hörbar machten.

Über sich hinauswachsen

Für viele Schülerinnen und Schüler war die Arbeit an der Performance auch eine persönliche Erfahrung. Beim gemeinsamen Theaterspielen konnten sie über sich selbst hinauswachsen, neue Seiten an sich entdecken und Mut zeigen, sich vor der Gruppe zu präsentieren. Gleichzeitig stand die Gemeinschaft im Vordergrund: Die Kinder erlebten, wie es ist, gemeinsam etwas zu erarbeiten, sich gegenseitig zu unterstützen und aufeinander zu vertrauen.

Förderung und Begleitung

Das Projekt ist Teil des „Starke Stücke“-Workshop-Programms der KulturRegion FrankfurtRheinMain, das Kindern und Jugendlichen ermöglicht, Theater nicht nur zu erleben, sondern auch selbst kreativ zu gestalten. Ermöglicht wurde die Projektwoche durch die Förderung der Hedda und Bernd Höppner-Stiftung sowie die fachliche Begleitung durch Betreuerinnen und Betreuer von „Starke Stücke“. Von schulischer Seite haben sich die Kolleginnen Antonia Schlichting und Julia Mecke maßgeblich für das Gelingen der Projektwoche engagiert. Mit ihrer Unterstützung konnten die Förderklassen der Philipp- Reis-Schule eine intensive und für viele Jugendliche prägende Projektwoche erleben – mit dem Wald als Klassenzimmer, Bühne und Inspirationsquelle zugleich.